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Was ist eigentlich ... Mind-Body-Medizin?


Wer den Begriff „Mind-Body-Medizin" zum ersten Mal hört, denkt verständlicherweise zunächst einmal ganz allgemein an eine Medizin, die Mind und Body, also Geist und Körper verbindet. Konkret ist damit jedoch eine ganz bestimmtes Konzept der Gesundheitsversorgung gemeint: Die Mind-Body Medicine kommt aus den USA (genauer: sie wurde an der Harvard Medical School ab den 1970er Jahren von Dr. Herbert Benson begründet und hat sich dann über das ganze Land ausgebreitet) und ist dort mittlerweile im Gesundheitswesen fest etabliert. Hier geht es darum, den Körper bzw. die individuellen mentalen Fähigkeiten eigenverantwortlich für eine bessere Gesundheit einzusetzen, d.h. Geist und Körper kommen mithin als primäre therapeutische Instrumente zum Einsatz. Die ‚National Institutes of Health' (NIH, das amerikanische Gesundheitsministerium), widmen ihr gar eine eigene Abteilung und eine offizielle Definition:[1]

„Mind-Body-Medizin ist „eine Medizin, die auf die Interaktionen und Beziehungen zwischen Gehirn, Geist, Körper und dem Verhalten abzielt sowie auf effektive Mittel und Wege, mit denen emotionale, mentale, soziale, spirituelle und verhaltensgesteuerte Faktoren direkten Einfluss auf die Gesundheit nehmen können. Die in jedem Menschen von Natur aus angelegte Fähigkeit zur Selbstkenntnis und zur Selbstfürsorge erachtet sie als grundlegend und wert, eachtet, geweckt und gefördert zu werden."[2]


Prof. Dr. Herbert Benson, selbst Kardiologe an der Harvard Medical School, sprach von der Mind-Body-Medizin immer als dritter Säule bzw. als drittem Stuhlbein eines dreibeinigen Stuhls im Gesundheitswesen. Die erste Säule bezeichnet alles, was der Arzt oder Therapeut mit dem Patienten macht, von Diagnostik über Operationen bishin zu Akupunktur. Das zweite Stuhlbein umfasst alles, was der Patient vom Arzt oder Therapeuten bekommt: Medikamente, pflanzliche Präparate und sonstige Verordnungen. Das dritte Stuhlbein steht für das aktive Einbeziehen des Patienten in den Behandlungsprozess, für Selbsthilfekompetenz und Eigenverantwortung. Erst durch dieses dritte Bein ist eine Medizin, die nicht nur auf Krankheiten, sondern auch auf Ressourcen schaut, möglich – und kann der Stuhl stehen.

Übrigens: „Mind" ist mehr als das Denken. Der Begriff wird im Langenscheidt-Lexikon u.a. mit „Sinn, Gemüt, Herz, Seele, Verstand, Gesinnung, Meinung, Gedanken, Ansicht, Urteil, Geist, Geistesrichtung, Denken, Erinnerung, Gedächtnis" übersetzt.[3]


Zum Weiterlesen:

EschT(2017): Der Selbstheilungscode. Weinheim Basel. Beltz Verlag.

Dobos G, Paul A (Hrsg.) (2019): Mind-Boy-Medizin. Urban & Fischer, 2. Aufl.


Quellen: 

[1] https://report.nih.gov/nihfactsheets/viewfactsheet.aspx?csid=102
[2] zitiert in Esch T (2017): Der Selbstheilungscode, Weinheim, Basel: 207f
[3] https://de.langenscheidt.com/englisch-deutsch/mind#sense-1.12.1
„Ich lerne im Bett und gehe viel zu spät schlafen....
 

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Freitag, 22. November 2019
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