Naturheilkundliches Angebot: Neuraltherapie

Ab sofort bieten wir in der Uniambulanz eine Neuraltherapie als Selbstzahlerleistung an. Was genau ist Neuraltherapie und welche Behandlungserfolge aber auch Nebenwirkungen gibt es?

Was ist die Neuraltherapie?

Die Neuraltherapie ist eine naturheilkundliche Behandlungsmethode, die durch gezielte Reizung auf das vegetative Nervensystem Einfluss nimmt. Es können akute und chronische, entzündliche und degenerative Erkrankungen behandelt werden, insbesondere mit dem Hauptsymptom Schmerz. Durch die lokale Applikation eines Lokalanästhetikums (Procain) kommt es zu einer Verbesserung der lokalen Durchblutung und zu einer Aktivierung der Selbstheilungskräfte.

Auch sogenannte Störfelder, häufig durch Narben verursacht, sind neuraltherapeutisch oft gut behandelbar. Mit der Segmenttherapie kann durch die Behandlung bestimmter Dermatome (Hautzonen) unter Umständen Einfluss auf weiter entfernte Gebiete oder innere Organe genommen werden.

Die Neuraltherapie wird von der Schulmedizin als „wissenschaftlich nicht anerkannt“ angesehen, obwohl sie sich in vielfacher Anwendung erfahrener Therapeuten gut bewährt hat. Aus diesem Grund wird die Therapie von den Krankenkassen leider nicht übernommen und kann nur als Selbstzahlerleistung angeboten werden.

Was sind die Anwendungsbereiche?

Mit der Neuraltherapie behandeln wir akute und chronische Schmerzzustände, zum Beispiel

  • Schmerzen im Rücken sowie Schulter-Nacken-Bereich
  • Schmerzen bei degenerativen Gelenkerkrankungen / ­Arthrose (z. B. an Knien, Händen, Schultern)
  • Tennisarm
  • Anhaltende Schmerzen an Narben nach Operationen
  • Spannungskopfschmerzen
  • Nervenschmerzen

Wie ist der Ablauf der Behandlung?

Nach einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung wird gemeinsam mit Ihnen ein Behandlungsplan erstellt. In der Regel werden mehrere Behandlungseinheiten notwendig sein, gelegentlich reichen bereits eine oder zwei Behandlungen für einen Therapieerfolg aus.

Da dies schwer vorherzusehen ist, wird bei jeder Behandlung gemeinsam mit Ihnen die bisherige Wirkung evaluiert und der Behandlungsplan ggf. angepasst.

Wir verabreichen das Procain meist in die oberen Hautschichten (intracutan), das heißt, es werden mehrere kleinere Hautquaddeln gesetzt. Falls erforderlich, kann auch ins Unterhautfettgewebe (subcutan) oder im Bereich von deutlichen Muskelverhärtungen (Myogelosen) direkt in den Muskel gespritzt werden. Der Ort der Injektionen hängt vom Beschwerdebild ab und wird individuell besprochen. Meistens wird direkt im Bereich der
Hauptschmerzen injiziert.

Für den Ersttermin planen wir insgesamt 60 Minuten ein. Hierzu bringen Sie bitte alle relevanten Vorbefunde mit (bisherige Diagnostik und Therapie, Medikamentenplan etc.), damit wir uns ein möglichst vollständiges Bild von Ihrer Erkrankung machen können. Nach dem ärztlichen Gespräch und der Untersuchung erfolgt eine erste Behandlungseinheit, um das individuelle Ansprechen zu erfassen. Die weiteren Behandlungstermine dauern, je nach Symptomatik, normalerweise zwischen 20 und 40 Minuten.

Informieren Sie uns bitte über alle Medikamente, die Sie einnehmen. Teilen Sie uns eventuelle Allergien oder Unverträglichkeiten mit. Schwangere oder stillende Frauen sollten vor der Behandlung Rücksprache halten.

Was passiert nach der Behandlung?

Planen Sie nach der Behandlung bitte weitere ca. 30 Minuten ein, in denen sie noch bei uns in der Uniambulanz bleiben, um eventuelle Nebenwirkungen zu überwachen. Bei Bedarf bringen Sie zur ersten Behandlung eine Begleitperson mit, die Sie nach Hause bringen kann.

Planen Sie für den Behandlungstag keine größeren Anstrengungen und vermeiden Sie sportliche Betätigungen, da der Körper in der Umstellungsphase oft Ruhe benötigt. Möglicherweise verspüren sie nach der Behandlung auch eine gewisse Müdigkeit; dann sollten Sie die Möglichkeit haben, sich auszuruhen.

Bei der Neuraltherapie wird ein Lokalanästethikum in den schmerzenden Bereich verabreicht.

Behandlungserfolg und Nebenwirkungen

Der Behandlungserfolg ist individuell unterschiedlich und kann nicht garantiert werden. Die Wirkung kann sofort, nach einigen Stunden oder auch erst nach drei bis vier Tagen einsetzen. Gelegentlich kommt es nach einer Behandlung zu einer sogenannten Erstverschlimmerung, die in der Regel nach wenigen Tagen abklingt. Bei uns in der Uniambulanz werden keine Injektionen in Gelenke oder Blutgefäße durchgeführt.

Die Neuraltherapie ist eine risikoarme und in der Regel gut verträgliche Behandlungsmethode. Trotzdem sind, wie bei allen invasiven medizinischen Behandlungen, grundsätzlich Nebenwirkungen möglich:

  • Schmerzen während der Injektionen
  • Benommenheit und Unwohlsein
  • Allgemeines Wärmegefühl
  • Kleinere Hämatome / Blutergüsse, vorübergehende Schwellungen oder Rötungen, Taubheitsgefühl
  • Metallischer Geschmack im Mund
  • Allergische Reaktionen
  • Reaktive Kreislaufreaktionen bis zum Kollaps
  • Erstverschlimmerung der Schmerzsymptomatik

Falls einer der folgenden Faktoren auf Sie zutrifft, sollte eine Neuraltherapie nicht oder nur mit Vorsicht durchgeführt werden:

  • Allergie auf Lokalanästhetika
  • Einnahme von starken Blutverdünnern
  • Schwere Herzrhythmusstörungen
  • Schwere Blutdruckregulationsstörungen
  • Myasthenia gravis
  • Akute Erkrankungen oder Infektionen
  • Hautinfektion im Bereich, in dem die Injektion erfolgen müsste

Wie hoch sind die Kosten?

Da die Wirksamkeit der Neuraltherapie bislang nicht ausreichend mit Studien belegt ist, wird sie schulmedizinisch nicht anerkannt und ist aus diesem Grund in der Regel keine Kassenleistung. Die Kosten müssen also privat getragen werden.

Wir veranschlagen in der Uniambulanz folgende Kosten für die Therapie:

  • Ersttermin – 215,00 €
    60 min; inkl. ausführlicher Anamnese und Therapie­planung
  • Kleine Neuraltherapie – 100,00 €
    20 min; Behandlung einer Einzelnarbe, Knie, Tennisarm, Hand, Schulter oder Fuß
  • Große Neuraltherapie – 180,00 €
    40 min; Behandlung von großen Narben oder mehreren Körperregionen

Ihren Ersttermin können Sie wie gewohnt über unsere Anmeldung vereinbaren. Wenn Sie vorab Fragen haben oder unsicher sind, ob eine Neuraltherapie für Sie in Frage kommt, sprechen Sie uns gerne jederzeit an.

Abschließender Hinweis
Die Neuraltherapie ist eine ergänzende Behandlungsmethode und ersetzt keine konventionelle medizinische Behandlung. Bitte klären Sie alle Therapieschritte ärztlich ab.

  15. Oktober 2026
 
  Kategorie: Allgemein

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