Die Universitätsambulanz für Integrative Gesundheitsversorgung und Naturheilkunde ist eine deutschlandweit einzigartige Einrichtung, die ein neues Konzept für die medizinische Primärversorgung erprobt. Kern ist ein salutogenetischer Ansatz, das heißt: Im Fokus steht die Gesundheit – nicht die Krankheit. Wir sehen unsere zentrale Aufgabe darin, den Menschen, die uns besuchen, nachhaltig zu mehr Gesundheit zu verhelfen.

Was machen wir anders?

Ganzheitlicher Ansatz. Im Fokus unserer Arbeit steht der Mensch – in seiner ganz individuellen Lebenssituation, mit seinen ganz individuellen Ressourcen. Deswegen nehmen wir uns viel Zeit: 30 Minuten nehmen wir uns für ein Erstgespräch (Anamnese). (Zum Vergleich: Im Durchschnitt haben Hausärzt*innen in Deutschland etwa 8 Minuten Zeit für ein Patientengespräch.) Gemeinsam schauen wir auf die persönliche gesundheitliche Situation und analysieren, welche Möglichkeiten sinnvoll sein können, um die Gesundheit dauerhaft zu stärken.

Gesundheitsförderung. Als festen Bestandteil haben wir die Gesundheitsförderung in unser Versorgungskonzept integriert. In einem achtwöchigen Kursprogramm vermitteln wir unseren Patient*innen Strategien, die dabei helfen, dauerhaft mehr Gesundheit in ihrem Leben zu kultivieren. Dahinter steht ein wissenschaftlich entwickeltes und geprüftes Konzept zur Stressreduktion: das BERN-Konzept von Prof. Dr. Tobias Esch.

OpenNotes. Als vielleicht bundesweit einzige Praxis leben wir volle Transparenz in der Kommunikation zwischen Ärzt*innen und Patient*innen. Im Rahmen der aus den USA stammenden OpenNotes-Bewegung bieten wir über ein datengeschütztes Gesundheitsportal eine digitale Gesundheitsakte an. Diese enthält nicht nur Laborbefunde, Medikationspläne oder Röntgenbilder – auch sämtliche Notizen, die unsere Ärztinnen oder Therapeut*innen für Gesundheitsförderung in den Gesprächen machen, werden transparent dokumentiert und sind jederzeit webbasiert einsehbar.

Evidenzbasierte Naturheilkunde. Einige Verfahren aus der Naturheilkunde – deren Wirksamkeit wissenschaftlich erwiesen ist – runden unser Behandlungsangebot ab. Dazu zählen zum Beispiel die Schmerztherapie mit Blutegeln und die Akupunktur.

Case-Management. Neben der ärztlichen Versorgung und der Gesundheitsförderung gehört ein Case-Management zu unserem Versorgungskonzept. Im Case-Management werden bei Bedarf die Arztgespräche vor- bzw. nachbereitet. Organisatorische Belange rund um die Versorgung werden hier geklärt: Unterstützung bei der Kommunikation mit Fachpraxen oder Kliniken, Hilfe beim Zugang zur digitalen Gesundheitsakte oder bei einer umfassenden Anamnese sind Aufgabenbereiche, die unsere Case-Managerin übernimmt.

»Wir sehen uns nicht als Gesundheitsapostel, sondern versuchen, mit dem zu arbeiten, was jeder Mensch in sich trägt – an Ressourcen, an Potenzialen. Diese positive, salutogenetische Sicht auf Gesundheit und ganzheitliche Sicht auf den Menschen als Individuum sind maßgeblicher Teil unserer Idee von Medizin.«

Prof. Dr. med. Tobias Esch, Gründer und Konzeptgeber der Uniambulanz

Integrative Gesundheitsversorgung – Allgemeinmedizin plus+

Ein zentraler Aspekt unseres Konzepts ist die aktive Patientenrolle. Wir sind überzeugt: Jeder Mensch kann selbst ganz viel für sich und seine Gesundheit tun. Daher setzen wir auf eine gezielte Patientenaktivierung und eine Anregung der Selbstheilungspotenziale. Unsere Patient*innen sind also sehr unmittelbar in die Versorgung eingebunden und spielen eine aktivere Rolle, als es in der ambulanten Versorgung heute vielfach der Fall ist. Das ist unsere Definition einer Integrativen Gesundheitsversorgung. Die Basis für unsere Arbeit ist eine umfassende Allgemeinmedizin, die wir um einige Aspekte (Gesundheitsförderung, Naturheilkunde) erweitern. Daher sprechen wir auch von Allgemeinmedizin plus+.

Die Ambulanz als Forschungsprojekt

Die Uniambulanz wurde gegründet unter der Leitung von Prof. Dr. med. Tobias Esch. Als universitäre Einrichtung ist sie nicht nur eine Arztpraxis, sondern auch ein Ort der Forschung und Lehre. Das Konzept wurde entwickelt und wird kontinuierlich evaluiert durch das Institut für Integrative Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung.