Lungenkrebs-Screening: Für wen die Früherkennung infrage kommt
Jährlich erkranken in Deutschland rund 58.000 Menschen neu an Lungenkrebs. Bei Männern ist Lungenkrebs die zweithäufigste, bei Frauen die dritthäufigste Krebserkrankung. Besonders häufig betroffen sind Menschen, die über viele Jahre geraucht haben.
Das Problem: Beschwerden wie anhaltender Husten, Atemnot oder Gewichtsverlust treten oft erst auf, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Wird Lungenkrebs dagegen früh erkannt, sind die Behandlungsmöglichkeiten meist besser.
Seit dem 1. April 2026 wird die Lungenkrebs-Früherkennung für Menschen mit besonders hohem Risiko als jährliche Untersuchung mittels Niedrigdosis-Computertomographie (ND-CT) angeboten. Die Kosten werden bei gesetzlich Versicherten übernommen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Keine Zeit für lange Fließtexte? – Hier eine Inhaltsübersicht:

Lungenkrebs-Screening: Wer kann teilnehmen?
Das Screening ist nicht für alle Menschen vorgesehen. Bei Personen ohne erhöhtes Risiko ist Lungenkrebs vergleichsweise selten. In diesen Fällen können die Nachteile einer Untersuchung – etwa Fehlalarme oder die Strahlenbelastung – größer sein als der mögliche Nutzen.
Die Früherkennung kommt insbesondere für langjährige Raucherinnen und Raucher sowie ehemalige Raucherinnen und Raucher infrage.
Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein
Um für ein Screening infrage zu kommen, müssen Patientinnen und Patienten
- zwischen 50 und 75 Jahre alt sein,
- aktuell rauchen oder vor weniger als zehn Jahren mit dem Rauchen aufgehört haben,
- mindestens 25 Jahre geraucht haben,
- mindestens 15 Packungsjahre aufweisen.
Ob eine Teilnahme am Screening möglich ist, wird durch eine entsprechend qualifizierte hausärztliche, internistische oder arbeitsmedizinische Praxis geprüft. Anschließend erfolgt die Überweisung an eine speziell qualifizierte radiologische Einrichtung. Für die Prüfung, ob Sie für das Lungenkrebs-Screening infrage kommen, ist die Uniambulanz zertifiziert.
Was bedeutet „Packungsjahre“?
Mit den sogenannten Packungsjahren lässt sich der langfristige Zigarettenkonsum berechnen. Ein Packungsjahr entspricht einer Packung Zigaretten pro Tag über ein Jahr. Dabei wird üblicherweise von 20 Zigaretten pro Packung ausgegangen.
Beispiel:
Wer 32 Jahre lang täglich eine halbe Packung geraucht hat, kommt auf:
32 Jahre × 0,5 Packungen pro Tag = 16 Packungsjahre
Damit wäre die Mindestgrenze von 15 Packungsjahren erfüllt.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Vor dem Screening findet in der zertifzierten Praxis ein Aufklärungsgespräch über den möglichen Nutzen und die Risiken der Untersuchung statt. Die Teilnahme am Screening sollte nach Möglichkeit in Ruhe und auf Grundlage dieser Informationen entschieden werden.
Die eigentliche radiologische Untersuchung erfolgt mit einer Niedrigdosis-Computertomographie. Dabei werden mithilfe von Röntgenstrahlen Schnittbilder der Lunge erstellt. Die Strahlendosis wird so niedrig wie möglich gehalten, soll aber weiterhin ausreichen, um auch kleine auffällige Veränderungen erkennen zu können.
Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und ist in der Regel nicht belastend. Je nach Befund ergeben sich anschließend unterschiedliche nächste Schritte:
- Bei einem unauffälligen Ergebnis kann die Untersuchung nach zwölf Monaten wiederholt werden.
- Bei unklaren Veränderungen kann eine frühere Kontrolluntersuchung notwendig sein.
- Auffällige Befunde können weitere Untersuchungen zur Abklärung erforderlich machen.
Zum Screening gehört außerdem eine Beratung zur Rauchentwöhnung. Denn: Die Früherkennung kann Lungenkrebs nicht verhindern. Die wichtigste Maßnahme, um das persönliche Risiko zu senken, ist weiterhin, nicht zu rauchen beziehungsweise mit dem Rauchen aufzuhören.
Welche Vorteile hat die Lungenkrebs-Früherkennung?
Mit der Niedrigdosis-CT können auffällige Veränderungen erkannt werden, bevor Beschwerden auftreten. Wird ein Tumor in einem frühen Stadium entdeckt, stehen häufig mehr Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Bei kleinen Tumoren kann beispielsweise eine Operation möglich sein.
Nach Einschätzung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) könnten durch ein regelmäßiges Screening innerhalb von zehn Jahren etwa 5 von 1.000 Frauen und 6 von 1.000 Männern mit hohem Lungenkrebsrisiko vor dem Tod durch Lungenkrebs bewahrt werden.
Der mögliche Nutzen gilt allerdings nur für Personen, deren Risiko ausreichend hoch ist. Für Menschen ohne entsprechende Risikofaktoren lässt sich daraus kein allgemeiner Vorteil ableiten.
Welche Risiken und Nachteile gibt es?
Auch eine strahlenarme CT ist nicht vollständig risikofrei. Vor einer Teilnahme sollten insbesondere folgende Punkte berücksichtigt werden.
Falsch-positive Befunde
Bei der CT werden relativ häufig auffällige Veränderungen gefunden. In vielen Fällen handelt es sich dabei nicht um Lungenkrebs. Trotzdem können weitere Kontrollen oder belastende Untersuchungen notwendig werden.
Solche unklaren Befunde können zudem über Wochen oder Monate verunsichern.
Überdiagnosen und Übertherapie
Manche Tumore würden ohne Screening zu Lebzeiten nie Beschwerden verursachen oder die Lebenserwartung nicht verkürzen. Werden sie entdeckt, kann dennoch eine Behandlung erfolgen. Dieses Phänomen wird als Überdiagnose beziehungsweise Übertherapie bezeichnet.
Strahlenbelastung
Die Strahlenbelastung einer Niedrigdosis-CT ist gering, aber nicht gleich null. Bei regelmäßigen jährlichen Untersuchungen kann die Strahlung langfristig möglicherweise selbst zur Entstehung von Krebs beitragen. Das tatsächliche Risiko lässt sich nur schätzen und ist insgesamt niedrig.
Keine absolute Sicherheit
Ein unauffälliges Screening-Ergebnis bedeutet nicht, dass sich niemals Lungenkrebs entwickeln wird. Die Untersuchung schützt nicht vor der Erkrankung. Treten Beschwerden auf, sollten sie deshalb unabhängig vom letzten Screening ärztlich abgeklärt werden.

Welche Symptome sollten ärztlich abgeklärt werden?
Auch ohne Anspruch auf ein Screening sollten Sie sich bei verdächtigen Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Dazu gehören zum Beispiel:
- länger anhaltender oder sich verändernder Husten
- Atemnot
- blutiger Auswurf
- wiederkehrende Atemwegsinfektionen
- Schmerzen im Brustkorb
- ungewollter Gewichtsverlust
- anhaltende Heiserkeit oder deutliche Leistungsminderung
Diese Beschwerden haben häufig andere, harmlosere Ursachen. Sie sollten jedoch nicht über längere Zeit unbeachtet bleiben.
FAQ zur Lungenkrebs-Früherkennung
Wird das Lungenkrebs-Screening von der Krankenkasse bezahlt?
Wenn die Teilnahmevoraussetzungen erfüllt sind und die Untersuchung im Rahmen des vorgesehenen Früherkennungsprogramms erfolgt, werden die Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Die konkreten organisatorischen Voraussetzungen sollten mit der behandelnden Praxis geklärt werden.
Kann ich auch am Screening teilnehmen, wenn ich vor zehn Jahren aufgehört habe zu rauchen?
Nach den genannten Kriterien kommt die Teilnahme für ehemalige Raucherinnen und Raucher infrage, wenn der Rauchstopp weniger als zehn Jahre zurückliegt. Zusätzlich müssen unter anderem Alter, Rauchdauer und Packungsjahre berücksichtigt werden.
Ist ein Röntgenbild der Lunge für die Früherkennung ausreichend?
Nein. Ein gewöhnliches Röntgenbild ist nicht mit einer Niedrigdosis-CT gleichzusetzen. Das Screening wird mit einer speziell dafür vorgesehenen Computertomographie durchgeführt.
Muss ich trotz eines unauffälligen Ergebnisses zum Arzt, wenn Beschwerden auftreten?
Ja. Ein Screening ist eine Untersuchung bei beschwerdefreien Menschen. Treten Symptome auf, sollten diese unabhängig vom letzten CT-Befund zeitnah ärztlich abgeklärt werden.
Kann das Screening verhindern, dass ich Lungenkrebs bekomme?
Nein. Die Untersuchung kann eine Erkrankung möglicherweise früher erkennen, verhindert sie aber nicht. Der wichtigste Schritt zur Vorbeugung ist der Rauchstopp. Auch die Vermeidung von Passivrauch kann das persönliche Risiko senken.
Wie oft wird die Untersuchung wiederholt?
Bei einem unauffälligen Befund ist grundsätzlich eine Wiederholung nach zwölf Monaten vorgesehen. Abhängig vom Ergebnis können jedoch auch kürzere Kontrollintervalle oder weitere Untersuchungen notwendig sein.
Fazit: Screening nach individueller Beratung
Für langjährige starke Raucherinnen und Raucher kann die Lungenkrebs-Früherkennung mit Niedrigdosis-CT eine Möglichkeit sein, eine Erkrankung früher zu entdecken und dadurch die Behandlungschancen zu verbessern. Gleichzeitig sind Fehlalarme, weitere Untersuchungen, Überdiagnosen und die Strahlenbelastung wichtige mögliche Nachteile.
Ob eine Teilnahme sinnvoll ist, sollte deshalb nach Prüfung der persönlichen Voraussetzungen und einer verständlichen Aufklärung über Nutzen und Risiken entschieden werden. Wenn Sie die Kriterien für das Screening erfüllen und die Früherkennung in Anspruch nehmen möchten, kontaktieren Sie uns gerne zwecks Terminvereinbarung für ein Aufklärungsgespräch. Eine Zusammenfassung aller Informationen zum Lungenkrebs-Screening finden Sie im Informationsblatt vom Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ).
Bei Beschwerden gilt unabhängig davon: Bitte wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

